WOFÜR WIR STEHEN
ÖLI – Positionen
Die ÖLI-UG und ihre Mandatar:innen setzen sich für eine bessere Schule ein – für die Schüler:innen und für alle, die dort arbeiten. Hier findest du unsere Positionen, geordnet nach sechs Themen.
THEMA 01
Öffentliche Schule stärken
Kleinere Klassen und Gruppen
Klassen mit mehr als 25 Schüler:innen darf es nicht mehr geben. Die Stundenzuteilung muss endlich von kleineren Klassen- und Gruppengrößen ausgehen. Schulleitung, Schulforum und Schulgemeinschaftsausschuss können Größen zwar abstimmen – ohne die nötigen Ressourcen nützt das aber nichts.
Kein Ausspielen von Schulen
Überzogene Konkurrenz zwischen Schulen führt zu einer Kluft zwischen Fassade und tatsächlicher Umsetzbarkeit und macht Schulen von externen Geldgeber:innen abhängig. Sponsoring ist ein trojanisches Pferd – wir treten für die Unabhängigkeit des öffentlichen Schulwesens ein.
Umfassende Bildung
Soziale Kompetenzen und Fähigkeiten zur Lebensbewältigung dürfen nicht zu kurz kommen. Mündige Bürger:innen brauchen eine breite Allgemeinbildung. Das können weder elitäre Institute noch verarmte Restschulen leisten, sondern nur ein starkes öffentliches Bildungswesen.
Klimafitte Klassenräume
Hitze im Sommer und schlechte Luft das ganze Jahr machen Lernen und Arbeiten schwer. Wir fordern ein bundesweites Investitionsprogramm für klimafitte Schulen mit energieeffizienten Lüftungsanlagen – nicht nur bei Neubauten, sondern auch in bestehenden Gebäuden. Gesunde Lernbedingungen sicherzustellen ist Aufgabe des Staates, nicht der einzelnen Schulleitung.
Bei der Bildung darf nicht gespart werden
Im Interesse der Jugend wenden wir uns gegen jedes Sparen im Bildungsbereich. Der Anteil des Bildungsbudgets am Gesamtbudget muss steigen, nicht sinken.
THEMA 02
Gemeinsame Schule und Inklusion
Bildungserfolg darf nicht vom Elternhaus abhängen
Österreich gehört zu den OECD-Ländern, in denen der Bildungserfolg am stärksten vom Elternhaus abhängt. Eine gut ausgestattete gemeinsame Schule fördert und fordert alle Kinder – unabhängig von sozioökonomischem Status, Geschlecht, Herkunft, Noten und Fähigkeiten.
Teilhabe als Menschenrecht
Wir stehen für ein vielfältiges Schulsystem, das den individuellen Bedürfnissen der Schüler:innen gerecht wird. Voraussetzung dafür ist ein gesellschaftliches Umdenken und eine Haltung, in der Teilhabe als Menschenrecht vorbildlich gelebt wird.
Ressourcen nach Bedarf – rechtzeitig
Gelingende Inklusion braucht verlässliche personelle, finanzielle und räumliche Ressourcen. Pauschale Budgetdeckelungen in der sonderpädagogischen Unterstützung lehnen wir ab, ebenso Verzögerungen bei der Zuteilung: Unterstützung muss rechtzeitig und nach dem tatsächlichen Bedarf kommen.
Bundesweit verbindliche Standards
Es braucht verbindliche bundesweite Richtlinien für Inklusion und sonderpädagogische Unterstützung, die alle Länder einheitlich umsetzen. Pädagogische Entscheidungen müssen sich am Wohl des Kindes orientieren und von qualifizierten Fachleuten getroffen werden.
Sonderpädagogik ins gemeinsame System
Sonderpädagogische Expertise ist unverzichtbar und gehört in ein gemeinsames System, nicht in separierende Strukturen. Wir befürworten inklusive Schul- bzw. Inklusionszentren mit unterschiedlichen Lernsettings unter einem Dach – von inklusiven Klassen bis zu kleinen Gruppen –, getragen von gut ausgebildeten Pädagog:innen.
THEMA 03
Faire Arbeitszeit und Bezahlung
Nicht-unterrichtliche Arbeit einrechnen
Tätigkeiten wie Klassenvorstand, Kustodiat, Bildungsberatung oder Korrekturen an den Pflichtschulen müssen wieder in die Lehrverpflichtung eingerechnet werden – und zusätzlich für jede Lehrperson mindestens 2 Werteinheiten.
Verschlechterungen zurücknehmen
Wir fordern die Rücknahme der Verschlechterungen bei Supplier- und Überstunden und bei den Einrechnungen (§ 61 GehG), bei den Maturaklassen (§ 4 BLVG) und im LDG für Pflichtschullehrer:innen.
Mehrarbeit ist zu bezahlen
Tätigkeiten über den Stundenplan hinaus, etwa bei Schulveranstaltungen und schulbezogenen Veranstaltungen, sind als Mehrdienstleistungen abzugelten. Zusätzliche Aufgaben – etwa durch Schulautonomie, Schulentwicklung oder neue Lehrpläne – übernehmen wir nur, wenn ihre Bezahlung gesichert ist.
Einrechnung statt Belohnungen
Bisherige Belohnungen sollen in die Lehrverpflichtung eingerechnet werden. Belohnungen schaffen keine Arbeitsplätze.
Arbeitsrechtliche Gleichstellung
Lehrer:innen müssen arbeitsrechtlich mit allen anderen Arbeitnehmer:innen gleichgestellt werden. Idealismus und Abhängigkeit dürfen nicht ausgenützt werden.
THEMA 04
Demokratische Schule
Ein gewähltes Leitungsteam auf Zeit
Eine Schule zu leiten umfasst zu viele verschiedene Aufgaben für eine einzelne Person. Heute übernehmen geeignete Kolleg:innen Expert:innenaufgaben – ohne Entscheidungskompetenz und ohne Bezahlung. Ein gewähltes Leitungsteam auf Zeit teilt die Verantwortung, stärkt die Identifikation mit der Schule, baut Hierarchien ab und erhöht die Arbeitszufriedenheit.
Mögliche Aufgabenfelder im Team
Unterrichtsverwaltung, pädagogischer Bereich, Öffentlichkeitsarbeit, Personalbetreuung, Neueinstellungen, Fortbildung, Kontakt zu Eltern und Schüler:innen.
Ressourcen für die Leitung
Die Schulleitung braucht ausreichend Ressourcen in Form von Realstunden, die im Rahmen der Lehrfächerverteilung aufgeteilt werden.
Die Schulkonferenz entscheidet
Die Schulkonferenz muss die oberste Entscheidungsinstanz in strittigen Fragen sein.
Qualitätssicherung für bessere Arbeitsbedingungen
Qualitätssicherung muss der Verbesserung unserer Arbeitsbedingungen dienen und darf nicht zu mehr Kontrolle führen.
THEMA 05
Unabhängige Gewerkschaft
Direkte Wahl der Bundesgremien
Die entscheidenden Leitungsgremien der Gewerkschaft auf Bundesebene werden nicht direkt gewählt, sondern ausgemauschelt. Trotzdem verhandeln der rote ÖGB und die schwarze GÖD mit Finanz- und Bildungsministerium über unsere Interessen. Dieses großkoalitionäre Machtkartell in der GÖD ist überholt.
Personalvertretung und Gewerkschaft trennen
Personalvertretung und Gewerkschaft sind immer noch ein ungünstiges Doppelpack: Freistellungen der Personalvertretung werden für Gewerkschaftsarbeit verwendet. Gleichzeitig fehlen der Personalvertretung entscheidende Kompetenzen, etwa bei Gesetzesänderungen und beim Gehalt.
Konsequent für bessere Arbeitsbedingungen
Die GÖD hat eine Partnerschaft mit der Wirtschaftskammer und viel Verständnis für die jeweilige Regierung. Wir wollen eine Gewerkschaft, die konsequent für bessere Arbeitsbedingungen eintritt.
Kein Karriere-Sprungbrett
Gewerkschafter:innen müssen so entschlossen verhandeln, dass sie sich dadurch gerade nicht für einen Direktor:innenposten empfehlen.
Die PV-Wahl als Denkzettel
Für viele Kolleg:innen ist die Personalvertretungswahl die einzige Gelegenheit, der Gewerkschaftsspitze die Meinung zu sagen.
THEMA 06
Wofür die ÖLI-UG steht
Die breite, unabhängige, österreichweite Lehrer:innen-Initiative steht für …
… ein besseres Image der Lehrer:innen
… Gewerkschaftsdemokratie
Direkt gewählte Gremien statt Machtkartell.
… leistungsentsprechende Bezahlung
Einrechnung in die Lehrverpflichtung statt Gegenverrechnung und Verschlechterungen.
… eine Bildungsoffensive
Statt pädagogischer Einschränkungen und Sparen im Bildungsbereich.
Bei der Bildung darf nicht gespart werden!
