Liebe Kolleginnen und Kollegen,

2026 werden wir daran erinnert, dass das Jahr 6 Monate hat. 2027 hat das Jahr nur mehr 5 Monate und 2028 dann 4 oder umgekehrt einer sechsmonatigen Nulllohnrunde 2026, folgt eine siebenmonatige 2027 und 2028 eine von acht Monaten. Wir als ÖLI-UG weigern uns, diesen Gehaltsabschluss als Erfolg darzustellen. 

Was bedeutet der Abschluss im öffentlichen Dienst? Wir alle erleiden Reallohnverluste! Und das nicht zu knapp.

WIFO und IHS haben für das Jahr 2025 eine Durchschnittsinflation von 3,5 Prozent berechnet, für 2026 eine Inflation von 2,4 Prozent prognostiziert und für die darauffolgenden eine von 2 Prozent. Der jetzige Abschluss, der die Gehälter erst ab 1.7.26 steigen lässt, bedeutet für das Jahr 2026 eine Gehaltserhöhung von 1,65 Prozent. Auch in den kommenden Jahren 2027 und 2028 werden die Gehälter im öffentlichen Dienst erst am 1. August 2027 und 1. September 2028 steigen und das um geringe Fixbeträge. Von einer nachhaltigen Sicherung der Kaufkraft unserer Gehälter kann daher nicht gesprochen werden. Die Kaufkraftverluste betragen bei uns Lehrer:innen bis zu 4 Prozent oder auch mehr, nämlich dann, wenn die Inflation nicht wie vorgesehen zurückgeht.

Auch Dénes Kucsera, Ökonom und Finanzmathematiker bei Agenda Austria, hat den GÖD-Gehaltsabschluss analysiert. Für den 3,3-prozentigen Gehaltsabschluss des Öffentlichen Dienstes (mit den beiden Nulllohnrunden in den Jahren 2027 und 2028) waren 6 Mrd. € bis 2028 an gesamtstaatlichen Ausgaben vorgesehen. Laut ihm sind es mit dem neuen Dreijahresabschluss nun 6,2 Mrd. €. In anderen Worten bedeutet das, dass eine Nulllohnrunde im neuen Dreijahresabschluss „versteckt“ wurde, der Rest sind Niedriglohnrunden, oder um es in Zahlen zu fassen, der neue Dreijahresabschluss bedeutet eine durchschnittliche Erhöhung um jährlich 1,5 % (für die Jahre 2026, 2027 und 2028) bzw. um insgesamt 3,375 % bewertet zu Beginn des Jahres 2026, während der alte Abschluss 3,3 % bedeutet hätte.

Was es hier zu feiern gibt, können wir nicht beantworten. 

Der Abschluss ist doppelt bitter. Hätte sich die Gewerkschaftsspitze hingestellt und öffentlich gesagt,

„es liegt was pickt, also wird der Doppelabschluss für 2025 und 2026 nicht aufgeschnürt, aber selbstverständlich lassen wir mit uns reden, was das für 2027 bedeutet. Wir wissen, dass der Öffentliche Dienst auch seinen Beitrag zur Sanierung der Staatsfinanzen zu leisten habe, also können wir über eine Nulllohnrunde für 2027 reden“,

hätte das positiv auf unser Ansehen in der Öffentlichkeit gewirkt. Über 2028 hätte man noch extra sprechen können. Jedenfalls wären wir so in jeder Hinsicht nicht schlechter gefahren.

So aber verärgern mich die Vorgehensweisen rund um den GÖD-Gehaltsabschluss sehr.

Und so ganz nebenbei: 2026 steigen die Pensionen um durchschnittlich 2,25%. 2026 steigen unsere Gehälter um durchschnittlich 1,65%. 2026 ist auch der Beginn des Prestigeobjekts der Wirtschaftskammer „Arbeiten im Alter“, wo der Zuverdienst zur Pension, vor allem der von „selbständigen“ Pensionisten, steuerlich mit einer 25-prozentigen Flat-Tax entlastet werden soll und dafür braucht es die 300 Mio €, die sich nur der Bund, durch den GÖD-Gehaltsabschluss erspart.

Ich sehe das auch nicht als fairen Beitrag zur Budgetkonsolidierung. Warum? Das erkläre ich gerne im persönlichen Gespräch.

Hannes Grünbichler
Co-Vorsitzender der ÖLI-UG


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