Kommentar von Reinhart Sellner:
Sparpaket öffentlicher Dienst: Gleiche Leistung mit weniger Überstunden und weniger Personal

Die Zahl der Überstunden wurde seit 2012 bereits um fast 580.000 reduziert. Durch den 2003 von Schwarz-Blau verordneten und von Rot-Schwarz verlängerten Aufnahmestopp im öffentlichen Dienst
wurden bis 2014 20.000 Dienstposten eingespart (Ausnahmen: Polizei, LehrerInnen, Justiz, Finanz) verlängert, 2015 sollte er auslaufen (Steßl, orf.at, 27.10.2014). Mit dem Finanzrahmen 2016-19,
den der Ministerrat am 21.4.2015 beschlossen hat, geht der Personalabbau in die nächste Verlängerung (Vorankündigung BM Ostermayer bereits am 17.4. im oe1-Morgenjournal).
Der von der SPÖ-Staatssekretärin angekündigte Abbau von Überstunden wäre gesundheits- und arbeitsmarktpolitisch dringend notwendig, denn auch im öffentlichen Dienst und den ausgegliederten
Betrieben haben in den letzten 15 Jahren Überlastungskrankenstände und prekäre Beschäftigungsverhältnisse (Auslagern von Beschäftigung von Personal- zum Sachaufwand) stark zug- enommen und nehmen
weiter zu. Die Arbeitslosigkeit in Österreich hat 2014 ihren bisherigen Höchststand erreicht, Tendenz weiter steigend. Grafik als Bild: AK OÖ

Der vom Sozialminister auch für die Privatwirtschaft geforderte gesundheits- und arbeitsmarktpolitisch motivierte Überstundenabbau ist keine Sparmaßnahme, denn er braucht die Ergänzung durch die
Anstellung zusätzlicher Arbeitskräfte. Bundesregierung und Finanzminister sehen das anders, nicht sozial, sondern austeritätsbewusst, sie planen ein „strukturelles Nulldefizit“  auf dem
Rücken der öffentlich Bediensteten. >>>>