Verabschiedungsrede eines
alternden glücklichen Lehrers an die Regierung.

Manfred Sparr

 

Liebe
Regierungsmitglieder!

 

Ihr müsst
gehen
, weil euch Niemand will. Niemand will diese Koalition.
Fast Niemand, fast alle außer ein paar wenigen, die von euch profitieren, das sind nicht viele, aber sie PROFITieren umso mehr von euch. Die Wenigen werden noch weniger, wenn man euch
als  – wie nennen wir es? – Systeminterne Selbstprofiteure wegrechnet.

 

Ihr müsst
gehen
, weil das einzige Wahlversprechen, das ihr wirklich
eingehalten habt und das im Koalitionspapier verbindlich festgehalten ist, die Kündigung der Sozialpartnerschaft ist.

Ihr müsst
gehen
, weil eine Regierung, die die Sozialpartnerschaft
zerstört, ist sicher nicht an einer fairen Politik interessiert. Sie macht Politik – könnte man auch Groß und zusammen schreiben – für sich selbst und bedient jene Lobbys, in deren Schwitzkasten
sie ihren Kopf legen – die Blöden freiwillig die anderen lassen sich Strassern.  Ohne mit der Wimper zu zucken verpulvert ihr Milliarden an die Hypo
Alpe Adria und wie sie alle heißen, um mit dem schönen Budgetloch euren sozialen Raubbau an den Menschen in Österreich zu rechtfertigen.  

 

Ihr müsst
gehen,
weil ihr mit dem gestern beschlossenen
Bildungssparpaket nicht nur die Sozialpartnerschaft mit Füßen tretet, sondern weil ihr damit die öffentlichen Schulen kaputtspart.

Ein böser neoliberaler Akt in einer beginnenden postneoliberalen Ära. Das
ist nicht nur dumm, sondern vor allem gefährlich, eine Bedrohung für uns alle, all die Menschen in Österreich.

 Ihr müsst gehen, weil ich nicht glaube, dass ihr das nicht mit Absicht tut. Ihr wollt die öffentlichen Schulen zu billigen Junkzwangslernanstalten machen.
Ihr wollt doch nicht wirklich allen Kindern in Österreich dieselben Bildungschancen bieten. In Wahrheit wollt ihr doch, dass ein erklecklicher Anteil der Bevölkerung immer mehr verblödet, damit
sie eure falschen und dümmlichen Dosenpolitparolen glauben.  

Ihr müsst
gehen,
weil …. ich könnte noch sehr viele Gründe aufzählen.
Das mach ich jetzt nicht, weil ihr es eh selber ganz genau wisst.

Ihr müsst
gehen
, weil ihr, zusammengefasst, einfach übrig seid.

Also tschüss!

 

Wir, die UBG und VLI,
schießen
heute die neu angelobte Regierung auf den Mond. Ein
symbolischer Akt, der verdeutlichen soll, dass uns die Regierung nicht nur übrig ist, sondern dass wir weiter gegen diese unsägliche, neoliberale Politik, vor allem die neoliberale
Bildungspolitik, kämpfen werden. Wir hören erst auf, wenn alle die Politiker und ihre Unterstützer wirklich dort sind, wo sie eigentlich in Wahrheit schon sind, und zwar hinter dem Mond. Man soll
sie nur mehr bei Vollmond sehen können, damit wir auch sicher gehen können, dass sie immer noch oben sind.

Also, zieht euch warm an, es wird kalt werden auf der Schattenseite des
Mondes.