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kreidekreis Bildungsnewsletter
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Längere gemeinsame Schule – ein guter Anfang, aber noch lange nicht genug
Gedanken zum Kopftuchverbot
kreidekreis 04/26 GeWEHRkschaft
Aktionstage Bildung – Bildung für alle statt Chancen für wenige
Presseaussendung der ÖLI-UG: Mitsprache streichen ist keine Schulreform!
Die Onlineveranstaltungen der ÖLI-UG
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Längere gemeinsame Schule – ein guter Anfang, aber noch lange nicht genug
von Bernhard Hofmann
Zum ersten Mal seit Jahrzehnten wird in Österreich wieder ernsthaft über eine gemeinsame Schule bis zur 6. Schulstufe gesprochen. Dass der Bildungsminister dieses Vorhaben anpackt und das gemeinsame Lernen auf die politische Agenda setzt, ist ein längst überfälliges und positives Signal. Kinder nicht mehr im Alter von zehn Jahren auf AHS und Mittelschule aufzuteilen, ist pädagogisch der einzig richtige Weg. Die frühe Trennung verfestigt soziale Ungleichheiten und setzt Kinder wie Eltern enorm unter Druck.
Gute Absichten reichen nicht: Was der Schulversuch leisten muss Dass der Schulversuch für zwei vollständige Durchgänge genehmigt ist, schafft für die beteiligten Schulen, Eltern und Lehrpersonen wertvolle Planungssicherheit. Eine neue Regierung kann das Modell 2029 nicht einfach abdrehen. Doch ein Anfang ist noch kein Ziel, und ein Schulversuch ist noch lange keine gerechte Schule. Es darf nicht passieren, dass das Modell nach den zwei Durchgängen im Sand verläuft oder politisch ausläuft.
Damit aus der guten Idee eine funktionierende Schulpraxis wird, braucht es von der ersten Sekunde an verbindliche Rahmenbedingungen:
- Supervision und professionelle Begleitung: Wer Kinder über sechs Jahre an den Schnittstellen unterschiedlicher Schularten begleitet, leistet pädagogische Hochleistung. Supervision und Reflexionsräume müssen fixer Bestandteil des Versuchs sein.
- Verbindlich bezahlte Teamstunden: Die Abstimmung von Stundenplänen, Übergängen und Förderkonzepten zwischen VS-, AHS- und MS-Lehrkräften ist Arbeitszeit. Wir fordern von Anfang an bezahlte Teamstunden statt unbezahlte Mehrarbeit.
- Klare dienstrechtliche Absicherung: Regelungen zu organisatorischen Anbindung, Arbeitszeiten und Entlastungen müssen vor dem Start glasklar feststehen, damit Kolleg:innen nicht zu Versuchskaninchen werden.
- Transparente und partizipative wissenschaftliche Begleitung: Keine wissenschaftliche Blackbox! Fragestellungen, Methoden und Ergebnisse müssen offenliegen, und die Erfahrungen der Praxis müssen direkt in politische Entscheidungen einfließen.
Unser Ziel bleibt die gemeinsame Schule der 6- bis 15-Jährigen So sehr wir diesen Schritt befürworten: Eine gemeinsame Schule bis 12 ist kein Selbstzweck, sondern ein Zwischenschritt auf dem Weg zu dem, was wir wirklich brauchen – eine gemeinsame Schule für alle Kinder von 6 bis 15 Jahren. Wir begleiten den Schulversuch konstruktiv-kritisch, unterstützen die Standorte vor Ort, fordern aber mit Nachdruck das Maximum ein, das pädagogisch sinnvoll und gesellschaftlich notwendig ist.
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Gedanken zum Kopftuchverbot
von Claudia Astner
Seit 1. September dürfen muslimische Mädchen unter 14 Jahren in der Schule kein Kopftuch mehr tragen. Das soll sie vor Unterdrückung schützen. Ich frage mich: Was genau wird besser, wenn ein Mädchen sein Kopftuch am Schultor abnimmt? Ist es deshalb zu Hause weniger unter Druck? Kann es plötzlich freier entscheiden? Und hat es nicht auch mit Kopftuch in der Schule erfahren können, dass sein Wert nicht von seinem Geschlecht oder seiner Kleidung abhängt?
Als Lehrerin habe ich erlebt, dass das Kopftuch der Anfang eines Gesprächs sein kann. Mit Mädchen, die zwischen unterschiedlichen Erwartungen stehen. Mit ihren Eltern. Auch mit Buben, die meinen, über die Kleidung und das Leben von Mädchen mitbestimmen zu dürfen. Aus solchen Gesprächen kann Vertrauen entstehen. Und Vertrauen ist die Voraussetzung dafür, dass ein Mädchen überhaupt erzählt, wenn es Hilfe braucht. Jetzt muss ich ein Mädchen wegen seines Kopftuchs ansprechen und es, wenn es das Verbot nicht befolgt, der Direktion melden. Wie soll es mir danach noch erzählen, was es wirklich beschäftigt? Ob ich aus Überzeugung handle oder eine Dienstpflicht erfülle, macht für das Mädchen kaum einen Unterschied. Es erlebt: Meine Lehrerin meldet mich. Dieses Verbot trifft eine offenbar sehr kleine Gruppe muslimischer Mädchen – ohne zu fragen, was das Kopftuch für die Einzelne bedeutet. Ob sie dazu gezwungen wird, es freiwillig trägt oder sich sogar gegen den Willen ihrer Eltern dafür entschieden hat: Das Gesetz macht keinen Unterschied. Das Kopftuch steht unter Generalverdacht. Die Stimme des Mädchens spielt dabei keine Rolle.
Und die Folgen des Verbots enden nicht an der Schultür. In manchen Medien wird Stimmung gegen Mädchen mit Kopftuch gemacht. Ein Kopftuch auf dem Schulweg wird dargestellt, als wäre es eine Missachtung des Gesetzes. Unter diesen Artikeln stehen reihenweise Kommentare voller Hass gegen die Mädchen und ihre Eltern. Ich höre von muslimischen Frauen und Mädchen, die wegen ihres Kopftuchs auf der Straße oder in der U-Bahn beschimpft werden. Man behauptet, man wolle sie schützen – und lässt sie nun mit dieser Feindseligkeit allein.
Als Personalvertreterin höre ich von Schulen, in denen Mädchen, die ihr Kopftuch nicht abnahmen, bis zum Abholen durch ihre Erziehungsberechtigten nicht mehr am Unterricht teilnehmen durften. Mir wird von kopftuchtragenden Kolleginnen berichtet, die von Direktor:innen aufgefordert wurden, selbst das Kopftuch abzunehmen – als „gutes Vorbild“. Ich höre von Mädchen, die nicht mehr in die Schule kommen wollen, vielleicht nicht mehr kommen dürfen oder zum häuslichen Unterricht abgemeldet werden. Ich weiß nicht, was hinter jedem einzelnen Fall steckt. Aber wenn ein Mädchen tatsächlich unter Druck steht, darf es nicht auch noch den Kontakt zu jenen verlieren, denen es sich vielleicht anvertrauen könnte.
Wer Mädchen schützen will, muss ihnen zuhören, konkrete Gefährdungen ernst nehmen und handeln, wenn sie Hilfe brauchen. Ein Kopftuchverbot ersetzt das nicht. Es kann sogar genau das beschädigen, worauf echter Schutz angewiesen ist: Vertrauen.
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kreidekreis 04/26 GeWEHRkschaft
Für die Herbstausgabe des kreidekreis haben Markus Haunschmied und Philipp Jo* Rafelsberger aus Wien eine Streitschrift zur Frage verfasst, wie sie sich einen Kurswechsel in der Gewerkschaft vorstellen. Astrid Schuchter schreibt in ihrem Standpunkt mit dem Titel „Demokratie leben“ – ebenfalls – über die notwendige Demokratisierung der Gewerkschaft.
Rechtliche Expertise stammt dieses Mal wieder von Katharina Bachmann, Hannes Grünbichler und Leo Willitsch, u.a. zur Frage des Rechtsanspruchs auf eine unbefristete Anstellung und zu Änderungen beim Familienbonus Plus.
Für einen optimalen Überblick über unsere Kennst du deine Rechte?-Veranstaltungen im Wintersemester findest du in der Mitte des Hefts ein Plakat mit allen Terminen.
Der Experte Ing. Wolfgang Bauer erklärt im zweiten Teil des von Gary Fuchsbauer geführten Interviews zur Amokprävention von der Bedeutung, die der Sensibilisierung der Kolleg:innenschaft dabei zukommt.
Zu unserem Schwerpunktthema im Frühjahr sind viele Zuschriften eingelangt, die wir in der Rubrik Debatte zur Friedenspädagogik veröffentlichen, ebenso gibt es eine Reihe von Leserbriefen zum Kopftuchverbot, auch dieser Debatte haben wir eine Rubrik gewidmet.
Wir wünschen eine angeregte Lektüre und freuen uns, wenn du bei der einen oder anderen Zoom-Veranstaltung dabei bist! Du kannst den aktuellen kreidekreis hier ansehen!
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Aktionstage Bildung – Bildung für alle – statt Chancen für wenige
Die Aktionstage Bildung finden dieses Jahr wieder statt und werden von einem breiten, überparteilichen Bündnis verschiedenster Organisationen getragen. Sie stehen diesmal unter dem Motto „Bildung für alle – statt Chancen für Wenige“. Viele Engagierte aus allen neun Bundesländern machen sich für ein gerechteres und inklusives Bildungssystem mit besseren Arbeitsbedingungen stark.
Der Startschuss zu den Aktivitäten fällt bereits am Donnerstag 8.10. in Klagenfurt. In den anderen Bundesländern finden die Aktionen in der Woche zwischen dem 16. und dem 22.Oktober statt. Die Ostregion (Burgenland, NÖ und Wien) fokussiert ihre Aktionen auf den Sigmund-Freud-Park neben der Uni Wien. Bundesweit ist die Aktions-Palette divers aufgestellt. So finden in diesem Zeitraum unter anderem Ausstellungen, Kundgebungen, eine Pressekonferenz, ein Bildungspicknick sowie StraßenMitmach-Aktionen statt. Den Schlusspunkt der Aktionstage bildet am Donnerstag, den 22.10., ab 16:00 eine Demonstration zum Bundesministerium für Bildung in Wien.
Sei auch Du dabei – alle Information rund um die Veranstaltungen sind auch unter www.aktion-bildung.at zu finden.
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Unabhängige Lehrergewerkschafter:innen der ÖLI-UG zu Schulcluster: Mitsprache streichen ist keine Schulreform!
ÖLI-UG stellt klar: Wer den Abbau demokratischer Mitsprache als Verwaltungsreform verkauft, hat den Kern einer guten Schulreform nicht verstanden!
Die Lehrer:innenvertretung ÖLI-UG – also die Unabhängigen Gewerkschafter:innen für mehr Demokratie – kritisiert den geplanten Wegfall des Zustimmungserfordernisses für Lehrkräfte und Personalvertretung bei der Bildung von Schulclustern scharf.
Schulcluster können kleine Standorte stärken, Ressourcen bündeln und Ganztagsangebote erleichtern. Doch wer jene Menschen, die die Folgen im Schulalltag tragen, künftig nur mehr anhören statt verbindlich beteiligen will, betreibt Schulpolitik über ihre Köpfe hinweg. „Wer den Abbau demokratischer Mitsprache als Verwaltungsreform verkauft, hat den Kern einer guten Schulreform nicht verstanden“, sagt Bernhard Hofmann, Vorsitzender der ÖLI-UG.
„Die Personalvertretung ist kein Hindernis, das man aus dem Weg räumen muss. Sie stellt sicher, dass Entscheidungen über Schulstandorte, Wegzeiten, Arbeitsbedingungen und pädagogische Qualität nicht am Reißbrett getroffen werden“, betont Danny Noack, Vorsitzender der PULL-UG, der steirischen Pflichtschullehrer:innen innerhalb der ÖLI-UG. Der ORF berichtete, dass die Reformpartnerschaft künftig kein Zustimmungserfordernis von Lehrkräften und Zentralausschuss mehr vorsehen wolle, sondern lediglich ein Anhörungsrecht; zugleich wurden in der Vergangenheit laut Bericht Pläne für jeden dritten angedachten Cluster nicht weiterverfolgt, weil ein Nein der Lehrkräfte absehbar war. „Das ist kein Beleg für Blockade, sondern dafür, dass Mitsprache zu tragfähigen Lösungen zwingt“, so Noack.
Gerade im ländlichen Raum braucht es Entscheidungen nach dem tatsächlichen Bedarf vor Ort statt einer Politik starrer Zielwerte. „Mehr Cluster sind nicht automatisch bessere Schulen. Vor jeder Entscheidung muss klar sein, was Kinder, Familien und Beschäftigte gewinnen – und was längere Wege, zusätzliche Verwaltungsaufgaben und der Verlust gewachsener Strukturen kosten“, erklärt Claudia Astner, Vorsitzende der ÖLI-UG.
Die ÖLI-UG fordert daher volle und frühzeitige Mitbestimmung der Personalvertretung: Wo Cluster Schulen nachweislich stärken, sollen sie demokratisch gestaltet werden; wo eigenständige Kleinstschulen besser funktionieren, müssen sie erhalten, zeitgemäß ausgestattet und mit verlässlicher ganztägiger Betreuung abgesichert werden.
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Kennst Du Deine Rechte? und ÖLI-Q&A -die Onlineveranstaltungen der ÖLI-UG
Kennst du deine Rechte?
Zunächst referiert ein:e Expert:in, anschließend besteht die Möglichkeit für Fragen & Diskussion. Beginn ist jeweils um 18:00 Uhr
- Mittwoch, 21. Oktober 2026: Quereinstieg & Sondervertrag
Dienstrechts-Know-How für Kolleg:innen, die als Quereinsteiger:innen oder mit Sondervertrag unterrichten
- Donnerstag, 05. November 2026: Leistung beurteilen
Was steht in der Leistungsbeurteilungsverordnung? Und was nicht?
- Freitag, 20. November 2026: Besoldung & Lohnzettel
Für mehr Durchblick beim Lesen des Gehaltszettels liefern wir Know-How zu Besoldung, Bezahlung von Mehrdienstleistungen und vieles mehr!
- Freitag, 11. Dezember 2026: Eltern werden
Alle Antworten zu Fragen rund um Schwangerschaft, Elternkarenz und Wiedereinstieg in den Beruf
- Donnerstag, 07. Jänner 2027: Auszeiten & Pension
Alle Fragen rund um Möglichkeiten von Auszeiten (Sabbatical, Zeitkonto, Teilzeit) sowie alle Information zum Wechsel in den Ruhestand
- Dienstag, 14. Jänner 2027: Krankheit & Pflegefreistellung
Alle Antworten zu Fragen rund um Krankenstand, Pflege-/Sonderurlaub und die Wiedereingliederungsteilzeit
- Dienstag, 26. Jänner 2027: PV an der Schule
Ein Überblick über Aufgaben, Rechte und Pflichten der Personalvertretung, die am Schulstandort eingerichtet ist (AHS, BMHS)
- Dienstag, 23. Februar 2027: PV im Bezirk
Ein Überblick über Aufgaben, Rechte und Pflichten der Personalvertretung für Pflichtschulen, die im Schulbezirk eingerichtet ist
- Freitag, 26. Februar 2027: Eltern werden
Alle Antworten zu Fragen rund um Schwangerschaft, Elternkarenz und Wiedereinstieg in den Beruf
- Mittwoch, 17. März 2027: Steuererklärung
Was ist bei der Steuererklärung zu beachten und welche Ausgaben kann ich geltend machen?
- Donnerstag, 15. April 2027: Leistungsbeurteilung
Was steht in der Leistungsbeurteilungsverordnung? Und was nicht?
- Montag, 26. April 2027: SGA/Schulforum
Alles Wissenswerte zum Schulgemeinschaftsausschuss (SGA) und zum Schulforum – mit diesen ist im Mai nicht nur über Gruppen- und Klassengrößen zu verhandeln
- Freitag, 21. Mai 2027: Eltern werden
Alle Antworten zu Fragen rund um Schwangerschaft, Elternkarenz und Wiedereinstieg in den Beruf
- Dienstag, 01. Juni 2027: Krankheit & Pflegefreistellung
Alle Antworten zu Fragen rund um Krankenstand, Pflege-/Sonderurlaub und die Wiedereingliederungsteilzeit
ÖLI Q&A – Frag unsere Expert:innen
Einmal im Monat sind wir donnerstags ab 18:00 Uhr für deine speziellen Fragen da und ÖLI-Expert:innen stehen Rede und Antwort:
2. Semester:
Anmeldungen zu allen Veranstaltungen erfolgen über Anklicken der hinterlegten Links oder über unsere Website!
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Österreichische Lehrer:innen-Initiative unabhängige Gewerkschafter:innen
Teinfaltstraße 8/4. Stock/TMF, 1010 Wien
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