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	<title>Tipps zum Lesen &#8211; Hören &#8211; Schauen &#8211; ÖLI-UG</title>
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	<description>Österreichische LehrerInnen Initiative - ÖLI-UG Österreichische Lehrer/innen Initiative - Unabhängige Gewerkschafter/innen</description>
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		<title>Nina Pavicsits: We are Austria &#8211; 77 außergewöhnliche Frauen aus Österreich</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hannes Grünbichler]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 08 Jan 2026 19:25:41 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Tipps zum Lesen - Hören - Schauen]]></category>
		<category><![CDATA[Buchrezension]]></category>
		<category><![CDATA[Nina Pavicsits]]></category>
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					<description><![CDATA[Buchrezension zu "Nina Pavicsits: We are Austria - 77 außergewöhnliche Frauen aus Österreich" von Ilse M. Seifried. Viel Spaß beim Lesen!]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<blockquote><p>Ill.: Nina Pavicsits<br />
192 Seiten<br />
Molden 2025<br />
ISBN: 978-3-222-15157-6<br />
€ 29,-</p></blockquote>
<p><small><a href="https://www.styriabooks.at/shop/gesellschaft-geschichte/we-are-austria">https://www.styriabooks.at/shop/gesellschaft-geschichte/we-are-austria</a></small></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Nina Pavicsits sagte: „Alles begann damit, dass ich ein Buch für meine Kinder gesucht habe. Über berühmte und weniger bekannte Österreicherinnen, illustriert, mit kurzen, verständlichen Texten, die Freude machen, beim Selbstlesen genauso wie beim Vorlesen. Ein Buch, das auch für Erwachsene funktioniert. Weil ich Grafikdesignerin bin, sollte es auch gut aussehen. Und weil ich so ein Buch nicht gefunden habe, habe ich es selbst geschrieben.&#8220; Sie studierte an der Universität für angewandte Kunst in Wien, machte internationale Erfahrungen und erhielt nationalen und internationalen Designpreise.<br />
In diesem Buch sind Frauen versammelt, die von Nina subjektiv (Interesse, Neugier, Sympathie und Zufall) ausgewählt wurden und ein breites Spektrum abbilden einerseits bzgl. des Bekanntheitsgrades und zum anderen der Disziplinen.  Die Aufzählung ein paar Namen macht dies sichtbar: Maria Theresia, Christine Nöstlinger, Elfriede Jelinek, Emilie Flöge, Johanna Dohnal, Ingeborg Bachmann, Hedy Lamarr, Ute Bock, Stefanie Sargnagel, Vicki Baum, Stefanie Reinsperger, Ceija Stojka, Inge Morath, Cenzi Flendrovsky, Friederike Mayröcker, Gerlinde Kaltenbrunner, Ingrid Brodnig, Adelheid Popp, Barbara Blaha, Bertha von Suttner, Erika Freeman, Erika Pluhar, Lise Meitner, Maria Theresia, Valie Export, Viktoria Schnaderbeck – die im Buch allerdings alphabetisch nach ihren Vornamen geordnet sind. Jede Frau erzählt von sich und hat dafür eine Seite Raum. Auf der zweiten Seite ist ihr Portrait zu sehen. Angegeben sind Beruf, Lebensdaten und dann ein Motto wie: Was mir besondere Freude machte / Ich kann nicht ohne … / Mein größtes Vorbild / Eine häufige Bitte / Darauf bin ich stolz …</p>
<p>Dieses Buch ist eine Fundgrube für den Unterricht, denn es bietet eine Vielzahl an Möglichkeiten, es zu benützen: Als Referatsgrundlage, als Quiz, Recherchegrundlage für mehr Details, Impuls für eigene bildnerische, musikalische oder literarische Interpretationen. Es wirkt kraftvoll und ist inspirierend.<br />
Nina Pavicsits ist ein besonders ansprechendes Werk gelungen, das ich wirklich allen empfehle – ob als Arbeitsmittel oder Lektüre zum eigenen Vergnügen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>November 2025<br />
Rezension<br />
Ilse M. Seifried, MA<br />
<a href="https://www.i-m-seifried.at">https://www.i-m-seifried.at</a></p>
<p>&nbsp;</p>
]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>Emma Clit: Emma: Ein anderer Blick 3 ­- Feministischer Comic für alle empörten Frauen und erschöpften Mütter</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hannes Grünbichler]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 08 Jan 2026 19:19:46 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Tipps zum Lesen - Hören - Schauen]]></category>
		<category><![CDATA[Buchrezension]]></category>
		<category><![CDATA[Emma Clit]]></category>
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					<description><![CDATA[Buchrezension zu "Emma Clit: Emma: Ein anderer Blick 3 ­- Feministischer Comic für alle empörten Frauen und erschöpften Mütter" von Ilse M. Seifried. Viel Spaß beim Lesen!]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Übersetzung aus dem Französischen: Lena Völkening</p>
<blockquote><p>136 Seiten Softcover<br />
Unrast 2025<br />
ISBN 978-3-89771-655-1<br />
23,50 €</p></blockquote>
<p>&nbsp;</p>
<p><small>Abb.: <a href="https://unrast-verlag.de/produkt/ein-anderer-blick/">https://unrast-verlag.de/produkt/ein-anderer-blick/</a></small></p>
<p>Ehe ich auf das vorliegend Buch zu sprechen kommen, gedenke ich <strong>Claire Bretécher </strong>(1940-2020). Sie griff mit ihren originellen Comics und feministischer Haltung in den 1970iger Jahren mit <em>Die Frustrierten</em> und ab den 1980iger Jahren mit <em>Agrippina</em> Szenen des Alltags auf (siehe <a href="https://reprodukt.com/collections/claire-bretecher/products/agrippina-allergien">https://reprodukt.com/collections/claire-bretecher/products/agrippina-allergien</a>) 2016 wurde sie als erste Frau beim <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Comic-Salon_Erlangen">Comic-Salon Erlangen</a> mit dem <em>Sonderpreis für ein herausragendes Lebenswerk</em> des <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Max-und-Moritz-Preis">Max-und-Moritz-Preises</a> ausgezeichnet.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Emma Clit</strong> ist ein Pseudonym der 1981 geborenen Cartoonistin, deren Arbeiten in zahlreiche Sprachen übersetzt werden. Sie gehört also der nächsten Generation an. Sie studierte zuerst Informatik als Computeringenieurin. Nach der Geburt ihres Sohnes erlebte sie <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Sexismus">Sexismus</a> und <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Diskriminierung">Diskriminierung</a> und wurde so zur Feministin.</p>
<p>Sie thematisiert auch soziale und ökologische Gerechtigkeit sowie Antirassismus auch auf ihrem Blog <a href="https://english.emmaclit.com/">https://english.emmaclit.com/</a>.<br />
Mittlerweile arbeitet sie Vollzeit an ihren Comics und produziert Podcasts für den Radiosender <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/France_Culture">France Culture</a>.</p>
<p>Im vorliegenden Band setzt sich Kapitel 1: <em>Wo kommt das hin?</em> mit Hausarbeit auseinander, Kapitel 2 greift mit <em>Tennlinie </em>das Thema Gewalt auf und in Kapitel 3 <em>Achtsame Steinigungen</em> Kindererziehung. Sie seziert direkt nachvollziehbar sowohl gesellschaftliche Mechanismen als auch persönliches Verhalten und praktikable Strategien, obwohl sie keine Lösungen anbietet. Alle Zahlenangaben beruhen auf wissenschaftlichen Untersuchungen. So ist etwa jede fünfte Mutter von einem Burnout betroffen, weil sie unter unerfüllbaren Erwartungen zusammenbrechen. Emma entlarvt Influencer*innen und Erziehungsgurus, die Mütter verunsichern und traditionelle Rollenbilder verstärken. Die Entspannungskärtchen am Ende des Buches sind eine gute Idee.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Emma gelingt es alle Themen anschaulich, unterhaltsam, humorvoll, ernüchternd und pointiert zu zeigen. Damit durchschaut sie für Frauen strukturell nicht förderliche Rahmenbedingungen und gibt Impulse für Männer, ihre Chance zur Chancengleichheit wahrzunehmen und selbst aktiv gegen patriarchale Vorstellungen zu handeln.<br />
Damit ist auch dieser Band ein großartiges Buch für Frauen wie Männer, Mädchen wie Burschen und eine wunderbare Input-Handreichung für alle Lehrer:innen.</p>
<p><a href="https://unrast-verlag.b-cdn.net/wp-content/uploads/downloads/897713307-ein-anderer-blick_Lesprobe.pdf">https://unrast-verlag.b-cdn.net/wp-content/uploads/downloads/897713307-ein-anderer-blick_Lesprobe.pdf</a></p>
<p>Oktober 2025<br />
Rezension<br />
Ilse M. Seifried, MA<br />
<a href="https://www.i-m-seifried.at">https://www.i-m-seifried.at</a></p>
]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>Oliver Rathkolb: Ökonomie der Angst &#8211; Die Rückkehr des nervösen Zeitalters</title>
		<link>https://oeli-ug.at/oliver-rathkolb-oekonomie-der-angst-die-rueckkehr-des-nervoesen-zeitalters/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Hannes Grünbichler]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 08 Jan 2026 19:10:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[ÖLI - News Blog]]></category>
		<category><![CDATA[Tipps zum Lesen - Hören - Schauen]]></category>
		<category><![CDATA[Buchrezension]]></category>
		<category><![CDATA[Oliver Rathkolb]]></category>
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					<description><![CDATA[Buchrezension zu "Oliver Rathkolb: Ökonomie der Angst - Die Rückkehr des nervösen Zeitalters" von Ilse M. Seifried. Viel Spaß beim Lesen!]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<blockquote><p>304 Seiten Hardcover<br />
Molden 2025<br />
ISBN 978-3-222-15153-8<br />
€ 33,-</p></blockquote>
<p><small>Abb.: <a href="https://www.styriabooks.at/shop/gesellschaft-geschichte/oekonomie-der-angst/?srsltid=AfmBOopLgBmyYvMonyjR8MJqqQ1Dtxm12hWddlsP4mgLx9PxPBxDbAIg">https://www.styriabooks.at/shop/gesellschaft-geschichte/oekonomie-der-angst</a></small></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>„Als ich mich mit den ersten Plänen für dieses Buch trug, dachte ich noch, dass wir im Vergleich zur Zeit vor 1914 in einer vernünftigen und politisch kontrollierbaren neuen Welt leben.“ So beginnt Oliver Rathkolb sein Buch und erklärt dann, woran er erkennt, dass die politische und ökonomische globale Bühne gegenwärtig ebenso</p>
<p>extrem unsicher und in kaum kontrollierbarer Bewegung ist wie damals. Oliver Rathkolb, geboren 1955, ist Historiker mit Schwerpunkt österreichische und internationalen Zeit- und Kulturgeschichte und u.a. Herausgeber der Zeitschrift »zeitgeschichte«, Vorsitzender des wissenschaftlichen Beirats des Hauses der europäischen Geschichte in Brüssel und Wissenschaftskoordinator des <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Bruno_Kreisky_Forum">Bruno Kreisky Forums für Internationalen Dialog</a>.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Er gliedert seinen Text in diese 13 Kapitel:  Der Ausgangspunkt: Überforderung / Überall Angst, Angst, Angst: Globaphobia / Gleichzeitigkeit der extreme: von der ersten zur zweiten Moderne / Fultons Monster, das Iphone und die KI / von Robber Barons und Cyber Barons / Bringt Bildung Innovation? / Innovationsturbos vor 1900 / Putin, Xi und die Politik der Aggression / Wegbereiter und Pioniere der digitalen Revolution / Europa hinkt hinterher / Ein Perpetuum Mobile: die Triggerpunkte der nervösen Zeitalter / Rufe nach dem starken Führer: Symptome der globalen Überforderung / Wertemuseum oder autoritär geprägte Wirtschaftsgemeinschaft: Untergangsszenarien und Zukunftsoptionen Europas.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Eingefügt sind viele aktuelle und historische Fotos, anschauliche Statistiken, Titelseiten von Zeitungen und Landkarten. Im Anhang sind Anmerkungen und ein Personenregister zu finden.</p>
<p>Mit bekannten und interessanten Argumentationen historischer Bezüge arbeitet sich der Autor durch das komplexe und vielschichtige Thema <em>Ökonomie der Angst</em>.<br />
Nach detailreichen Fakten- und Ursachenanalysen gelangt Rathkolb schließlich zu dem Schluss: „Sobald es eine rechtspopulistische antieuropäische Mehrheit im Europäischen Parlament und im Rat gibt, bricht dieses Szenario einer Demokratie-basierten Wirtschafts- und Außenpolitik der EU zusammen. Entsprechende Auswirkungen auf die wirtschaftliche und soziale Entwicklung sind nicht wirklich vorhersehbar, aber ein Hoffnungsschimmer bleibt. Vielleicht retten aber die Aktienmärkte die Demokratie in Europa wie auch in den USA, oder die Menschen erkennen, dass ihnen weder der Postliberalismus noch der autoritäre Rechtspopulismus hilft, soziale Gerechtigkeit zu erfahren. Letzteres müssen aber politische Parteien und die Zivilgesellschaft selbst wieder mit politischen Mitteln anstreben, Aktienmärkte haben völlig andere Prioritäten Gewinnmaximierung für die Aktionäre. Nicht mehr!“<br />
Mit diesem inneren Widerspruch verweist er auf das oft paradoxe Weltgeschehen und fordert indirekt die Leser:innen auf, selbst ihre Schlüsse zu ziehen.<br />
Also bleiben wir wachsam und aktiv, um unsere Demokratie nicht an die Angstmacher:innen zu verlieren.</p>
<p>November 2025<br />
Rezension<br />
Ilse M. Seifried, MA<br />
<a href="https://www.i-m-seifried.at">https://www.i-m-seifried.at</a></p>
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			</item>
		<item>
		<title>ulrike draesner: penelopes sch( )iff</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hannes Grünbichler]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 08 Jan 2026 19:04:14 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Tipps zum Lesen - Hören - Schauen]]></category>
		<category><![CDATA[Buchrezension]]></category>
		<category><![CDATA[Ulrike Draesner]]></category>
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					<description><![CDATA[Buchrezension zu "ulrike draesner: penelopes sch( )iff" von Ilse M. Seifried. Viel Spaß beim Lesen!]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<blockquote><p>304 Seiten<br />
Penguin 2025<br />
ISBN 978-3-328-60340-5</p></blockquote>
<p><small>Abb. <a href="https://www.penguin.de/buecher/ulrike-draesner-penelopes-sch-iff/buch/9783328603405" target="_blank" rel="noopener">https://www.penguin.de/buecher/ulrike-draesner-penelopes-sch-iff/buch/9783328603405</a></small></p>
<p>Ulrike Draesner, 1962 in München geboren, schrieb Romane, Essays und Gedichte, die vielfach ausgezeichnet wurden. Seit 2018 ist sie Professorin am Deutschen Literaturinstitut Leipzig, lebt jedoch in Berlin.<br />
Der Text beginnt mit der Überschrift Penelopes Welt und dem Kapitel Anfangen (Gefühle von heute) und den Worten: „ Als ich im Sommer 2019 Mary Beards Vortrag Women in Power hörte, wusste ich: Penelopes Zeit war gekommen. Ich kannte die Königin von Ithaka schon lange (Kindheit) und hatte sie lange nicht gemocht (Kind-<br />
heit): Welch ödes Leben aus Warten und Auftrennen, ganz nach dem Frauenmodell meiner Mutter. Doch nun sah ich sie anders. Die Figur erschien – und mit ihr eine Idee. Ich wollte Penelopes Geschichte in Überlappung mit dem Ende der Odyssee, wie es aus der Antike überliefert ist, erzählen. Vor allem aber wollte ich von Penelope erzählen in jenem dunklen Raum, in dem üblicherweise nur noch der Abspann läuft. Im Danach.“<br />
Der Text gliedert sich weiter in die Kapitel in das schiff der frauen / epos in der nussschale (anhang 1) von der anderen seite der zeit (anhang 2) Diesen folgen<br />
Handlung Subjekte / Handlung Objekte / Worthandel / Herkunftshandel<br />
Dies weist bereits auf die Eigenwilligkeit und Originalität des literarischen Ansatzes und der Umsetzung. Dem neuen Inhalt wollte die Autorin auch eine neue Form geben, was ihr meisterhaft gelang. Die Reise ist gut mitzuverfolgen anhand der färbigen Landkarte. Penelopes sch()iff erfordert Einlassen, Entschleunigung und Humor für Schräges, um die Lesereise wirklich begleiten zu können und ebenso wie penelope (die Kleinschreibung im Buch ist konsequent) selbst, diese fabelhaft zu finden. Zu Beginn erklärt die Autorin ihre Überlegungen und Ansprüche an ihren experimentellen Text, was den Zugang erleichtert. ulrike draesners bietet ein entdeckungsreiches inspirierendes und außergewöhnliches Leseerlebnis!</p>
<p>November 2025<br />
Rezension<br />
Ilse M. Seifried, MA<br />
<a href="https://www.i-m-seifried.at">https://www.i-m-seifried.at</a></p>
]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>Henning Beck: Besser denken, Fokussieren, verstehen, entscheiden – Der neueste Stand der Wissenschaft</title>
		<link>https://oeli-ug.at/henning-beck-besser-denken-fokussieren-verstehen-entscheiden-der-neueste-stand-der-wissenschaft-2/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Hannes Grünbichler]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 08 Jan 2026 18:58:20 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Tipps zum Lesen - Hören - Schauen]]></category>
		<category><![CDATA[Buchrezension]]></category>
		<category><![CDATA[Henning Beck]]></category>
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					<description><![CDATA[Buchrezension zu "Henning Beck: Besser denken, Fokussieren, verstehen, entscheiden – Der neueste Stand der Wissenschaft" von Ilse M. Seifried. Viel Spaß beim Lesen!]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<blockquote><p>256 Seiten, Hardcover<br />
Econ 2025<br />
ISBN 978-3-430-21207-6<br />
23,70 €</p></blockquote>
<p><small>Abb.: <a href="https://www.ullstein.de/werke/besser-denken/hardcover/9783430212076">https://www.ullstein.de/werke/besser-denken/hardcover/9783430212076</a></small></p>
<p>Der Autor Henning Beck, 1983 geboren, ist Biochemiker und promovierte in Neurowissenschaften, arbeitete an der University of California in Berkeley und lebt gegenwärtig in Frankfurt am Main. Ihn beschäftigen die Fragen: „Welche Rolle spielt unser Denken in einer Zukunft, die von digitalen Systemen geprägt ist? Welche Fähigkeiten brauchen wir, um komplexe Probleme zu lösen und flexibel zu handeln? Und vor allem: Wie machen wir unser Denken widerstandsfähig gegenüber den Herausforderungen durch KI?“<br />
Sein Ziel ist zu zeigen, wie das volle Potenzial des Denkens entfaltet werden kann. Dafür analysierte er Studien und Publikationen und führte Gespräche mit Expert:innen. Der Text ist gegliedert in die Kapitel <a href="https://www.bic-media.com/EPUB/element-1.xhtml">Konzentration &amp; Fokus</a>, Planung &amp; Aufschieben, Gewohnheiten, Lernen, Entscheidungen, Widerstandsfähigkeit, Anpassungsfähigkeit, Kritisches Denken. Kreativität.</p>
<p>Im Vorwort erzählt Beck von seiner Erfahrung in Südafrika, wo ihm Gedanken zu Überlebensstrategien der Vorfahr:innen in den Sinn kamen, wie gnadenlos die Natur sein kann und wie er gelernt hat, in einer Großstadt zu überleben. „In dem Moment, als ich neben meinem Auto in der Steppe stand, begriff ich zum ersten Mal wirklich, was es bedeutet, ein Gehirn zu haben. Ich hatte nichts, womit ich mich gegen einen Löwen hätte verteidigen können – außer meinem Gehirn.“ Seine Erkenntnis und sein Credo lauten: „Alle Säugetiere haben Emotionen und bauen Sozialsysteme auf. Doch unser Erfolgsrezept ist nicht, besser zu fühlen, sondern besser zu denken: zu planen, zu kooperieren, zu verstehen, zu lernen und sich zu hinterfragen.“ Obwohl der Verstand immer wieder an Grenzen stößt, ist es wichtig, Denken weiter zu entwickeln. Wichtiger als das Auswendiglernen ist in unserer heutigen Zeit das Anwenden-Können von Informationen.</p>
<p>Für Lehrer:innen ist dieser Aspekt relevant: „Wenn Aufgaben genau den Schwierigkeitsgrad treffen, den wir gerade noch gut beherrschen, können wir uns am besten darauf konzentrieren. Je schwerer eine Aufgabe wird, desto besser konzentrieren wir uns und desto weniger lassen wir uns ablenken, bis wir den Punkt erreichen, an dem die Aufgabe so schwer wird, dass wir überlastet sind und jede Ablenkung als Möglichkeit zur Entspannung nutzen. Es kann deswegen sinnvoll sein, den Schwierigkeitsgrad einer Aufgabe schrittweise zu erhöhen. So bleibt die Herausforderung im optimalen Bereich, und wir können unsere Konzentration kontinuierlich aufrechterhalten.“ Auf Seite 34 beschäftigt er sich mit der Idee eines Arbeitszimmers und meint: „Je nach Bedürfnis nutzt man unterschiedliche Räume. Nur beim Arbeiten soll das funktionieren: ein einziger Ort, an dem man je nach Bedarf konzentriert, kreativ, kommunikativ oder inspiriert sein soll? Was für eine bekloppte Idee.“ Seine Auseinandersetzung mit dem Thema Denken formuliert er am Ende des Buches so: „Nichts spornt unseren Einfallsreichtum mehr an, als das lästige Gefühl eines Problems. Wer dann mutig genug ist, die Rahmenbedingungen zu hinterfragen, Lücken in bisherigen Denkregeln zu entdecken, und bereit ist, Regeln zu brechen, um bessere zu entwickeln, braucht vor der Zukunft keine Angst zu haben. Er nutzt sein Gehirn auf die beste Weise.“ (Seite 265) Bedauerlicher Weise verwendet Beck keine gendergerechte Sprache.</p>
<p>Beck gelingt es, einen guten strukturierten kompakten Überblick zu wesentlichen Aspekten des Themas in leichtverständlicher Sprache und lockerem Stil zu geben. Er erklärt, gibt Impulse zu reflektieren und informiert über praktischen Strategien, die nicht nur für Anfänger:innen hilfreich sein können, wie Verhaltensänderungen möglich sind, was sowohl im persönlichen, als auch gesellschaftspolitischen Bereich relevant für Gegenwart und Zukunft ist. Er ermutigt, eigenständig zu denken. Daher empfehle ich sein Buch als Grundlage, um herauszufinden, in welchem Bereich eine Vertiefung sowohl für den persönliche und für einen besseren Unterricht noch hilfreich wäre.</p>
<p>September 2025<br />
Rezension<br />
Ilse M. Seifried, MA<br />
<a href="https://www.i-m-seifried.at">https://www.i-m-seifried.at</a></p>
<p>&nbsp;</p>
]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>Dan Brown: The Secret of Secrets</title>
		<link>https://oeli-ug.at/dan-brown-the-secret-of-secrets/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Hannes Grünbichler]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 08 Jan 2026 18:52:15 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Tipps zum Lesen - Hören - Schauen]]></category>
		<category><![CDATA[Buchrezension]]></category>
		<category><![CDATA[Dan Brown]]></category>
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					<description><![CDATA[Buchrezension zu "Dan Brown: The Secret of Secrets" von Ilse M. Seifried. Viel Spaß beim Lesen!]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<blockquote><p>800  Hardcover<br />
Übersetzt aus dem amerik. Englisch: Dietmar Schmidt, Rainer Schuhmacher<br />
Lübbe 2025<br />
ISBN 978-3-7857-2770-6<br />
€ 24,99</p></blockquote>
<p><small>Abb.: <a href="https://bastei-luebbe.de/Buecher/Krimis-Thriller/The-Secret-of-Secrets/9783785727706">https://bastei-luebbe.de/Buecher/Krimis-Thriller/The-Secret-of-Secrets/9783785727706</a></small></p>
<h2></h2>
<p>Professorin Dr.in Katherine Solomon, Noetikerin, ist zu einem Vortrag nach Prag eingeladen. Sie hat soeben ein Buchmanuskript mit bahnbrechenden Entdeckungen über das menschlichen Bewusstsein fertiggestellt mit Antworten auf die Fragen: Kann eine Person wissen, was in der Zukunft auf sie zukommt? Wirkt Zukunft in die Gegenwart? Wie sind wissenschaftliche Ergebnisse, die sich nicht wiederholen lassen, zu bewerten? Wie entstehen Hoffnungen, Ängste, Träume und Erinnerungen? Was folgt dem Sterben? Ist das Bewusstsein außerhalb des Gehirns?<br />
Solomon wird von Robert Langdon, Symbolforscher aus Harvard mit eidetischem Gedächtnis, begleitet. Langdon bemüht sich, Solomons wissenschaftliche Ergebnisse nachzuvollziehen.<br />
Auf der wendungsreichen und überraschenden Handlungsebene geht es im Thriller um Widersacher auf höchster politischer Ebene, die Solomons geplante Publikation unbedingt verhindern wollen wie auch um eine Person, die sich selbst als Golem versteht, als Monster bezeichnet wird, und deren Aufgabe es ist, eine Frau um jeden Preis beschützen will.</p>
<p>Allem vorangestellt ist zu lesen: &#8222;Alle Experimente, Technologien und wissenschaftlichen Erkenntnisse sind der Wirklichkeit entnommen. Alle Organisationen in diesem Roman existieren.&#8220;<br />
Mit dem Satz: „<em>Ich muss gestorben sein</em>, dachte die Frau.“ beginnt alles. Damit wird der Kosmos des Thrillers, der Kunst, Sightseeing, Philosophisches, Kunst, Wissenschaftliches, persönliche Beziehungen, Religion, künstliche Intelligenz, Politik und Kriminelles umfasst, eröffnet. Historisches soll die Gegenwart erhellen, teilte der Autor in einem Interview mit.<br />
Das rasante Erzähltempo lässt das geschickt aufgebaute und strukturierte Buch zum Pageturner werden. Nach 100 Seiten sind gerade zwei Stunden im Handlungsablauf vergangen. Psychologische Tiefeneinblicke sind kein Anliegen des Autors. Und er schreibt keine literarischen Texte, ihm gelingen packenden Plots. Im vorliegenden Band ist das zentrale Thema menschliches Bewusstsein. Aspekte des nicht-lokalem Bewusstseins-Modells werden vermittelt: Nicht das Gehirn erschafft Bewusstsein, sondern erlebt, was ringsum bereits existiert, also interagiert mit einer existierenden Bewusstseinsmatrix. Die Idee ist, dass das menschliche Bewusstsein als Signal verstanden wird, das durch eine Reihe von Pforten ins Gehirn gelangt. Nach dem Tod wird der Körper nicht mehr als Empfangsmedium benötigt, das Bewusstsein ist dann das Signal. Heiligenscheine müssen nicht als Lichtstrahlen, die von Kopf ausgehen, verstanden werden, sondern können auch in den Kopf hineinströmendes Bewusstsein darstellen. Beispiele aus Weltreligionen für diese Idee werden kurz angeführt. Gedächtnis könnte ähnlich einer Datenspeicherung in einer Cloud sein, d.h. Erinnerungsdaten sind ausgelagert gespeichert.</p>
<p>Gendergerechte Sprache wird inkonsequent verwendet, was vermutlich an den beiden Übersetzern liegt. Manche Stilblüten („keuchten spontan auf“, „entwidmet“ etc.) sind dem Lektorat entgangen. Sätze wie: „<em>Was ich gesehen habe, war aber kein Zufall</em>, beharrte Langdons Bauchgefühl. <em>Sondern eine statistische Unmöglichkeit</em>.“ „<em>Social Media</em>, dachte Dana. <em>Für Nachrichtendienste der größte Glücksfall, seit die katholische Kirche die Beichte erfunden hat</em>.“ „<em>Wir erklären das zur Wahrheit, was unseren Bedürfnissen dient</em>.“ „<em>Was wir heute erleben, beruht auf Entscheidungen von morgen</em>.“ sind geschickt im Text eingebaut und stoßen wohl bei vielen Leser:innen auf Widerstand und Irritation wegen Esoterikverdachts, weil ein zeitloses Ganzes vorausgesetzt wird, das nicht der Alltagsrealität entspricht, doch die Phantasie anregt über gefilterte Realität nachzudenken. Bedauerlicher Weise werden nur Männer wie Shakespeare, Homer, Horaz, Newton, Einstein u.a. erwähnt, doch keine einzige Frau wird als Künstlerin, Wissenschaftlerin oder Philosophin namentlich genannt. Das Thema Labyrinth bringt der Autor mit einer Spiegelkabinetterfahrung ein, das ja eigentlich ein Irrgarten ist. Sein Hinweis, immer nur derselben Hand zu folgen, führt nicht, wie er meint lässt, zum Ausgang, sondern zum Eingang, der der Ausgangpunkt war und somit meist nicht zum Zentrum. Es gibt noch weitere Kritikpunkte, wie dem, dass Illusionist:innen, die auf Bühnen vor Tausenden auftreten und mit ihrer Techniken begeistern, gänzlich ignoriert bleiben und in allen Texten antiker Autor:innen ist nur eine einzige Stelle überliefert, in der Katoptromantie beschrieben wird. Darin geht es um ein Demeterheiligtum in Patras und nicht um Athenes Tempel, wie Brown schreibt.<br />
Drogen werden von Brown als bedrohlich und gefährlich beschrieben, auch wenn Drogenerfahrungen nicht als Halluzinationen, sondern als ungefilterte Realität interpretiert werden, wozu es wohl viele Gegenbeispiele gibt. Es wird vor der Kombination von Computerspielen und Drogenkonsum gewarnt, da dies strukturelle Veränderungen im Gehirn mit negativen Folgen hervorrufen kann.<br />
Der Thriller ist kein Sachbuch. Das Buch ist ein Thriller, der Forschungsergebnisse und Thesen einbezieht und neuro-militärisches Wettrüsten und Überwachungsterror problematisiert. Gehirnimplantate können blinden oder gelähmten Menschen hilfreich sein, doch bergen Mensch-Maschine-Verbindungen und künstlich gezüchtete Neuronen auch große Gefahren. Auch Anhänger:innen von Verschwörungstheorien werden eingeordnet, sie könnten unter einer kognitiven Pareidolie leiden, was bedeutet, dass sie Muster sehen, wo keine sind  und geordnete Strukturen halluzinieren, wo Chaos ist.</p>
<p><em>The Secret of Secrets</em> weist auch Amüsantes auf. Der reale Lektor Browns heißt Jason Kaufman. Der Lektor Solomons heißt Jonas Faukman und ist die einzige humorvolle Person in diesem Thriller. („Nennen sie mich Jonas“, zirpte er. „Beim Kidnapping geht es heute nicht mehr so förmlich zu wie früher.“) Browns Agentin Heide Lange wird im Buch zur Botschafterin Heide Nagel. Humor blitzt auch in der kritischen Einfügung über das Starbucks-Symbol auf. Doch hier verbindet Brown die Sirenen als Meerjungfrauen, was historisch falsch ist. Denn: Sirenen sind Mischwesen Mensch und Vogel und ägyptischer und orientalischer Herkunft: Mittler zwischen Himmel, Erde und Unterwelt, Verkörperungen der Seele, mit- ausgebreiteten Flügeln Beschützer der Toten, Grenzwächter von Anderswelten, in Erscheinung und Auftreten den Todesdämonen Harpyie und Ker vergleichbar. Wie bei Bardeleben und Matter-Seibel 2000 nachzulesen ist.</p>
<p>Diese 800 Seiten bieten Tragödien und Happy-Ends, Fakten, Offengelassenes, einen Konflikt zwischen Herz und Hirn und enttäuschen am Ende doch, weil die Lösung bzw. Utopie des Geheimnisses nicht stringent und widersprüchlich ist:<br />
Das wissenschaftlich belegte Wissen, dass es ein Leben nach dem Tod gibt, wird als Hoffnung für ein friedliches menschliches Miteinander postuliert. Doch Gläubige glauben an ein Leben nach dem Tod auch ohne wissenschaftliche Beweise und morden und verüben Attentate und erwarten sich nach ihrem Tod dafür auch noch Belohnungen.<br />
Eine Welt ohne Angst vor dem Tod soll wesentlich besser sein? Femizide werden nicht aus Angst vor dem Tod begangen! Patriarchale Strukturen werden von Brown gänzlich ignoriert. Allerdings sind Männer wie Frauen ebenbürtige Handlungsträger:innen.<br />
Dan Brown, 1964 in den USA geboren, unterrichtete Englisch und Spanisch und war auch als Musiker tätig, ehe er sich ganz dem Schreiben seiner Bücher widmete, die in 54 Sprachen übersetzt und Weltbestseller wurden. Mit diesem Buch legt er den sechsten Band der Reihe <em>Robert Langdon</em> vor.<br />
Der Wunsch des Autors, dass Leser:innen „eine tiefe Neugier auf die Natur des menschlichen Geistes und auf das Wesen der Realität entwickeln“, hat, denke ich, während des Lesens gute Chancen, sich zu erfüllen.<br />
Ich legte das Buch mit einer gänzlich anderen Frage zur Seite: Auf Seite 766 lässt Brown den CIA-Leiter Judd denken, dass, wenn die Menschen wüßten, dass sie alle miteinander vernetzt sind, sie Empathie und nicht Rivalität auslebten. Was hat sich Brown dabei gedacht, als er das schrieb? Dass Denken und nicht Emotionen die Welt regieren und seine Leser:innen diesen Unsinn akzeptieren?</p>
<p>Oktober 2025<br />
Rezension<br />
Ilse M. Seifried, MA<br />
<a href="https://www.i-m-seifried.at">https://www.i-m-seifried.at</a></p>
<p>&nbsp;</p>
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		<item>
		<title>Florence Gaub: Szenario &#8211; Die Zukunft steht auf dem Spiel</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hannes Grünbichler]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 27 Nov 2025 13:22:28 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Info für PädagogInnen]]></category>
		<category><![CDATA[Tipps zum Lesen - Hören - Schauen]]></category>
		<category><![CDATA[Buchrezension]]></category>
		<category><![CDATA[Florence Gaub: Szenario - Die Zukunft steht auf dem Spiel]]></category>
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					<description><![CDATA[Buchrezension zu "Florence Gaub: Szenario - Die Zukunft steht auf dem Spiel" von Ilse M. Seifried. Viel Spaß beim Lesen!]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<blockquote>
<p data-rm-block-id="block-1">512 Seiten<br />
dtv Verlag 2025<br />
ISBN 978-3-423-28527-8<br />
€ 26,50</p>
</blockquote>
<p data-rm-block-id="block-1"><img fetchpriority="high" decoding="async" class="alignnone" src="https://www.dtv.de/thumbnail/ac/c6/19/1754043025/9783423285278__COVER_2D%20%28Produktcover%20Web%20klein%29_1920x1920.jpg" alt="" width="340" height="515" /></p>
<p data-rm-block-id="block-1"><small><strong>Abb.</strong> https://www.dtv.de/buch/szenario-28527</small></p>
<p data-rm-block-id="block-3"><strong>Die Autorin Dr.in Florence Gaub</strong> ist Politikwissenschaftlerin, Militärstrategin und Zukunftsforscherin und Direktorin des Forschungsbereich am NATO Defense College in Rom. Sie berät Regierungen und internationale Organisationen anhand von Zukunftsszenarien und Trendanalysen. Oberhalb des Impressums ist zu lesen: „Die geäußerten Meinungen geben die Ansichten der Autorin wieder, nicht die ihres Arbeitgebers.“<br />
Der <em>Begriff</em> Szenario kommt ursprünglich aus der Commedia dell`Arte, dem italienischen Improvisationstheater des 17. Und 18. Jhts. Es geht darum, die großen Linien und Zusammenhänge zu erkennen und mit ihnen zu spielen. Damit werden drei Ziele erreicht: scheinbar unendliche Möglichkeiten sind reduziert, eigener Handlungsspielraum wird bewusst und Schockmomente sind reduziert, wenn tatsächlich eines der Szenarien eintrifft und ermöglicht damit ein Gefühl der Kontrolle. Das <em>Konzept</em> geht auf Edward Packard 1976 zurück.</p>
<p data-rm-block-id="block-4">Im Klappentext ist zu lesen. „Die Zukunft erscheint offener, furchteinflößender als vor wenigen Jahren.“ Dies kann jede Person für sich selbst überprüfen, womit bereits der Reflexionprozess der Leser:innen beginnt.</p>
<p data-rm-block-id="block-5">Die Widmung, von mir übersetzt, lautet: „Für Mama, die weder schwierige Entscheidungen noch die Blicke anderer noch sich selbst fürchtet.“ Dieser Satz ermutigt und gibt Hoffnung, finde ich.</p>
<p data-rm-block-id="block-6">Das alles macht neugierig, die 512 Seiten zu lesen. Inhaltsverzeichnis gibt es keines. Der Text ist in Auftakt und anschließend 101 Abschnitte gegliedert. Ihnen folgen Anmerkungen. Eine originelle Herangehensweise und Umsetzung, um das Ziel zu erreichen, dass die Leser:innen zu aktiv Mitdenkenden mit Entscheidungsmacht werden.</p>
<p data-rm-block-id="block-7">Gaubs Paradigma lautet: „Zukunft ist das Ergebnis von nachvollziehbaren Entwicklungen und Entscheidungen, nicht ein mystisches Zusammenspiel unergründlicher Mechanismen.“ Damit stimme ich nur teilweise überein, wenn es den Blick in die Vergangenheit und auch die Zukunft betrifft. Denn damit werden unvorhersehbare Zufälle, die per se unergründlich sind, ausgeschlossen, und behauptet, dass Leben rein rational ist. Zufälle sind nachweislich für Wendungen verantwortlich. Warum lässt sie beide nicht nebeneinanderstehen und fokussiert nur auf Nachvollziehbarkeit? frage ich mich. Denn auch wenn ich Zufälle akzeptiere, macht mich diese Haltung noch lange nicht zu einer Zuschauerin, lässt mich dennoch eine Handelnde bleiben.<br />
Weiters führt Gaub an, dass nur 25% der Deutschen glauben, durch Leistung sozial aufsteigen zu können (in Schweden sind das 70%) und verbindet diese Zahlen mit dem Mangel an Möglichkeitsvorstellungen. Das ist nur eine Seite. Die andere Seite ist die Realität, wie Soziolog:innen belegen: Bildung wird vererbt, womit Aufstiegschancen schwinden und als Quereinsteiger:i in die Eliteklasse zu gelangen, ist, wie Michael Hartmann mehrfach nachwies, meist nur durch Heirat möglich. Deswegen in einen Fatalismus zu verfallen, kann eine Reaktion sein, eine andere, politisch aktiv zu werden, um die Gesellschaft gerechter zu gestalten. Schade, dass sie dies nicht erwähnt.</p>
<p data-rm-block-id="block-8">Die Zukunft ist ungewiss. Niemand weiß, was wirklich wie kommt und ob die gemachten Pläne aufgehen. Mir fallen Prophet:innen wie Mirjam, Debora und Hulda in der Tora, Hanna in der Bibel, Kassandra, Sibylle und Dione in der Antike, die in  Zukunft schauen. Bis in die Gegenwart gibt es politische Vorhersagen. Doch eigentlich geht es allen weniger darum, die Zukunft vorherzusagen, als sich zur Autorität in einer bestimmten Situation zu machen, sich die Macht der Worte anzueignen und so Einfluss auf das Geschehen und somit auf die Zukunft zu nehmen.</p>
<p data-rm-block-id="block-9">Bereits mit ihren ersten Sätzen gelingt es Gaub, mich zum Denken, Handeln und Überprüfen zu bringen und ich hoffe, viele andere Menschen ebenso, denn das ist ein Ziel der Autorin: Eigenmächtigkeit zu fördern. Auch die nachfolgenden 101 Abschnitte bieten unzählige Reflexionsmöglichkeiten und vielschichtiges Lernen.</p>
<p data-rm-block-id="block-10">Die Autorin recherchierte, was bis 2033 als gesichert gilt. Aufgrund dieser kann jede:r Lesende durch eigene Entscheidungen die Zukunft gestalten. In diesem Spiel verfüge ich über keine Exekutivgewalt, keine Truppen, oder Satellitenflotte, sondern bedenke Muster, Daten Erfahrungen und entdecke ein Gefühl für Dynamik und die Fragen: Was wäre, wenn …? Was ist die Ursache von …?<br />
Bisherige Assoziationen, Erfahrungen, Annahmen und Denkgewohnheiten werden durch viele Aha-Erlebnissen bereichert. Nicht erst zum Schluss ist jeder Person bewusst, wieviel mehr Handlungsoptionen es gibt als vermutet. Sich auf diesen Text einzulassen, vergrößert den Denkhorizont und das eigene Potential differenzierter diskutieren und handeln zu können.<br />
Interessant ist es, am Ende zu sehen, wie jede.r die Zukunft gerahmt hat, so dass sich auch andere darin zurechtfinden, und dann entscheiden. Die Autorin schließt den Auftakt ab mit den Worten: „Sie arbeiten nicht für eine Nation, sondern für die Zukunft an sich. Sie sind am Zug.“ Das irritiert mich, denn die Zukunft an sich gibt es nicht, sie ist ein Abstraktum, die jede Person mit eigenen idealen Vorstellungen von Identität füllt.</p>
<p data-rm-block-id="block-11">Dieses Spiel ist nicht nur spannend und interessant, es machte mir Spaß! Dass Irrationales und paradoxe Interventionen nicht wie im echten Leben, in realer Politik, miteinfließen, ist klar, doch ein expliziter Hinweis auf diese Faktoren fehlte mir. Ich komme ans Ziel 101. Auf anderen Wegen ist dieses ebenso zu erreichen, deshalb regt das Buch auch zur Kommunikation mit anderen an. Welchen Weg nahmen diese? Welche Entscheidungsmotive hatten sie? Die Antwortsuche führt zu wirklich interessanten und aufschlussreichen Diskussionen und Erkenntnissen.</p>
<p data-rm-block-id="block-12">Dass keine gendergerechte Sprache verwendet wurde, ist ein weiterer Kritikpunkt. Männliche Sprache fordert, Frauen mitzudenken und macht diese somit unsichtbar. Dies ist ein Widerspruch, weil die Themen mündige Staatsbürger:innen, Zukunft und Frieden ist. Frieden gibt es nur, wenn Gerechtigkeit und somit auch Gendergerechtigkeit auf allen Ebenen, Realität ist.</p>
<p data-rm-block-id="block-13">Gaubs Buch <strong><em>Szenario</em></strong> ist ein empfehlenswertes Buch für alle Maturant:innen, Lehrende, Eltern und an der Gegenwart und Zukunft Interessierte, gerade, weil es kein Patentrezept anbietet und spielerisch zum Selber- und Weiterdenken anregt.</p>
<p data-rm-block-id="block-15">Dez. 2025<br />
Rezension<br />
Ilse M. Seifried, MA<br />
<a href="https://www.i-m-seifried.at">https://www.i-m-seifried.at</a></p>
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			</item>
		<item>
		<title>Ilse M. Seifried: PALLAS ATHENE &#8211; Mythen und Wirklichkeiten</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hannes Grünbichler]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 25 Nov 2025 08:16:44 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Info für PädagogInnen]]></category>
		<category><![CDATA[Tipps zum Lesen - Hören - Schauen]]></category>
		<category><![CDATA[Buchrezension]]></category>
		<category><![CDATA[Pallas Athene]]></category>
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					<description><![CDATA[In Verbindung mit der Statue vor dem Parlament in Wien thematisiert Ilse M. Seifried den Bedeutungswandel der Athene-Mythen und Begriffe Gerechtigkeit, Weisheit und Demokratie im antiken Athen und unserer Gegenwart unter dem Motto: Machtverhältnisse sind weder geschichtslos noch geschlechtsneutral (Johanna Dohnal).]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<blockquote><p>148 Seiten Softcover<br />
Edition IK 2025<br />
ISBN 978-3-99129-734-5<br />
20,00 €</p></blockquote>
<p><img decoding="async" class="alignnone " src="https://www.buchschmiede.at/api/book/c5947f9e-9f06-434f-83bc-4d83ecebaa6a/image" width="360" height="430" /></p>
<p><small><strong>Abb.:</strong> <a href="https://www.buchschmiede.at/app/book/194082-Ilse-M.-Seifried-Pallas-Athene;bookType=PB">https://www.buchschmiede.at/app/book/194082-Ilse-M.-Seifried-Pallas-Athene;bookType=PB</a><br />
Gefördert von der Stadt Wien Kultur</small></p>
<p>In Verbindung mit der Statue vor dem Parlament in Wien thematisiere ich den Bedeutungswandel der Athene-Mythen und Begriffe <em>Gerechtigkeit, Weisheit und Demokratie</em> im antiken Athen und unserer Gegenwart unter dem Motto:<br />
<em>Machtverhältnisse sind weder geschichtslos noch geschlechtsneutral.</em><br />
Johanna Dohnal</p>
<p>Als ehemalige Sonder- und Sprachheilpädagogin und apfl-Personalvertreterin in Wien schloss ich mein Masterstudium in Gender Studies an der Universität Wien ab.</p>
<p>Als Autorin von Lyrik, Prosa, Kinderbuch, Libretto und Sachbuch schreibe ich auch Buchrezensionen für apfl und öliug<strong>. </strong>Meine Website: <a href="https://www.i-m-seifried.at" target="_blank" rel="noopener">https://www.i-m-seifried.at</a></p>
<p>Pallas Athene war nicht nur die Göttin der Weisheit und Gerechtigkeit, sondern auch des Handwerks und der Künstler:innen. Dass ihr Gerechtigkeitssinn nicht mit dem unserem demokratischen übereinstimmt, zeige ich auf und versuche die Lesenden auf meine wissenschaftliche, philosophische und persönliche Entdeckungsreise mitzunehmen und viele Impulse zu geben, Pallas Athene, Demokratie und Gerechtigkeit neu zu denken.</p>
]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>Simon Sahner Daniel Stähr: Die Sprache des Kapitalismus</title>
		<link>https://oeli-ug.at/simon-sahner-daniel-staehr-die-sprache-des-kapitalismus/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Hannes Grünbichler]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 17 Nov 2025 09:26:34 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Tipps zum Lesen - Hören - Schauen]]></category>
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					<description><![CDATA[Buchrezension von Ilse M. Seifried. Viel Spaß beim Lesen!]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<blockquote><p>304 Seiten<br />
S. Fischer 2024<br />
€ 25,50<br />
ISBN 978-3-10-397593-2</p></blockquote>
<p><img decoding="async" class="alignnone " src="https://res.cloudinary.com/holtzbrinck-buchverlage/image/fetch/w_700,c_fill,g_auto,q_auto,f_avif/https%3A%2F%2Fpondus-hpg.s3.eu-central-1.amazonaws.com%2Ffischer%2Fpublic%2FU1_978-3-10-397593-2.png" width="430" height="702" /><br />
<small><strong>Abb.</strong> <a href="https://www.fischerverlage.de/buch/simon-sahner-daniel-staehr-die-sprache-des-kapitalismus-9783103975932">https://www.fischerverlage.de/buch/simon-sahner-daniel-staehr-die-sprache-des-kapitalismus-9783103975932</a></small></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Mit Sprache und Sprachstilen waren und sind wir alle konfrontiert, ob wir es wollen oder nicht. Wir hören populistische Politiker:innen und Menschen, die sexistische, rassistische und andere diskriminierende Sprachformen verwenden. Wir hören nicht nur, wir lesen auch Wahlplakate, Werbungen und Nachrichten.</p>
<p>Die Autoren <strong>Simon Sahner, </strong>Literatur- und Kulturwissenschaftler und <strong>Daniel Stähr, </strong>Ökonom und Essayist, haben die Sprache unter dem Aspekt des Kapitalismus analysiert und legen ein leichtverständlich geschriebenes Buch vor, das faktenbasiert sehr zum Nachdenken anregt. Sie weisen darauf hin, dass Sprache Realitäten schafft und auf diese Auswirkungen.<br />
Der Text macht bewusst, was im Alltag meist automatisiert und unbewusst sprachlich abläuft. Viele Probleme der Welt in der Gegenwart beruhen auf einem ungerechten Miteinander, das auch durch Sprache und Machtstrukturen tradiert und aufrechterhalten wird. Ein Beispiel, so simple wie wirksam, ist die Redewendung „die Preise sind gestiegen“. Aber Preise steigen ja <em>nicht</em> von sich aus, sie werden von Menschen erhöht.</p>
<p>Ökonom:innen, Unternehmer:innen und Politiker:innen greifen zu oft bewusst zu Formulierungen, die Wähler:innen und Konsument:innen täuschen, indem sie Naturkräfte mit Aspekten der Finanzpolitik gleichsetzen, indem sie einen Börsencrash als Tsunami bezeichnen, als wäre der Zusammenbruch nicht menschengemacht. Diese Täuschungen werden im Buch anhand vieler Beispiele nachvollziehbar offengelegt.</p>
<p>Allem vorangestellt haben die beiden Autoren dieses Zitat von Henry Louis Mencken „Es gibt Erklärungen. Es gab sie schon immer; für jedes Menschheitsproblem gibt es eine bekannte Lösung – passend, plausibel, und falsch.“ Es macht bewusst, dass die Welt nicht linear, sondern vielfältig, mehrschichtig und sehr komplex ist und nicht monokausal funktioniert.<br />
Am Beginn steht die Definition: „Als Sprache des Kapitalismus bezeichnen wir bestimmte Sprachbilder und Metaphern, Redewendungen und Phrasen, Mythen und Erzählungen sowie einzelne Begriffe, mit denen ökonomische Zusammenhänge beschrieben und erzählt werden. “ (S. 8) Sprache ist nicht nur ein Kommunikationsmittel, oft wird vergessen, dass Sprache auch Handeln ist! „Wenn wir immer nur von <em>Ärzten </em>und <em>Krankenschwestern </em>sprechen statt von <em>Ärzt*innen </em>und <em>Pflegekräften, </em>sind Menschen in weißen Kitteln und hoher Position in Krankenhäusern in unserer Vorstellung männlich und Menschen, die Pflegearbeit leisten, weiblich. Diese Vorstellungen beeinflussen unser Denken und Handeln.“ (S. 10)</p>
<p>Sprache durchdringt alle Bereiche menschlichen Zusammenlebens. Die Trennung von Arbeits- und Privatleben kann individuell größer oder geringer sein, doch individuellen Entscheidungen und gesellschaftlichen Fragen werden über Sprache ausgehandelt. Wer kann von sich behaupten, nicht im Kapitalismus sozialisiert worden zu sein? „Wir alle sprechen die Sprache des Kapitalismus, erzählen seine Geschichten und merken es teilweise nicht einmal. Umso wichtiger ist es, dass wir lernen, die Sprache des Kapitalismus zu verstehen.“ (S. 12) Doch nicht nur die Sprache, auch Strukturen prägen, stabilisieren und ermöglichen oder verhindern. Immer gilt es die Frage zu stellen: Wer profitiert von diesen Strukturen, von dieser Sprache und welche Ideologien verbergen sich in diesen? Welche Ideologie verbirgt sich beispielsweise in der Einteilung von Arbeits- und Freizeit? „Der Kapitalismus durchdringt alle Bereiche unseres Lebens, er macht selbst vor jener Zeit nicht halt, die uns am privatesten erscheint: der Zeit, in der wir schlafen. Wer viel schläft, hat weniger Zeit, produktiv zu sein, als derjenige, der wenig schläft.“ (S. 16)</p>
<p>Es werden auch viele Detailaspekte angesprochen wie beispielsweise die Statistik. Exemplarisch folgendes Zitat: „Die Fünf-Prozent-Grenze ist absolut willkürlich. Es gibt keine wissenschaftliche Begründung dafür, dass diese Grenze nicht bei 2,5 Prozent oder 25 Prozent liegen sollte. Und dennoch wird in großen Teilen der empirischen Forschung quasireligiös an dieser Schwelle festgehalten. Der Blick wird in die statistischen Signifikanz-Sterne gerichtet, um zu entscheiden, was ein relevantes Ergebnis ist und was nicht.“ (S. 134) Statistische Signifikanz ist nicht automatisch gleichbedeutend mit wissenschaftlicher Relevanz und einem wirklich bedeutenden Effekt, weil es auch wichtig ist, herauszufinden, wieso diese Relevanz in den anderen Fällen nicht eintritt. Lesen Sie selbst weiter!<br />
Nicht nur Sprachanalysen, auch Dekonstruktionen von Narrativen werden vermittelt. Welche Erzählungen sind mit dem »Rettungsschirm« verbunden und welche Konsequenzen hat für Arbeitnehmer:innen und Steuerzahler:innen, wenn sie der Erzählung von »too big to fail« Glauben schenken? Narrative wurden und werden geschaffen, um das Gefühl einer kapitalistischen Alternativlosigkeit zu bewirken. Diese wird von den Autoren in Selbstermächtigung verwandelt, die zahlreiche Aha-Erlebnisse auslösen. Das siebente und letzte Kapitel lautet „der Weg zu einer Sprache des Postkapitalismus“.</p>
<p>Das Ziel der Autoren Sahner und Stähr, sich über mögliche Alternativen einer kapitalistischen Lebensweise Gedanken zu machen, haben sie mit Bravour erreicht. Ein gerechtes Wirtschaftssystem bedeutet auch, die Welt nicht Ökonom*innen, Politiker*innen und Unternehmer*innen zu überlassen, sondern sich selbst aktiv einzubringen.<br />
Der erste Schritt ist, nicht länger die Sprache des Kapitalismus zu sprechen, der zweite ist mit dem ersten verbunden, nämlich damit bereits zu handeln und somit anders zu denken. Der dritten Schritt umfasst dann alle anderen Lebensbereiche.<br />
Die Autoren schließen mit den Worten: „Wir können es uns angesichts der gigantischen Herausforderungen, vor denen wir im 21. Jahrhundert stehen, nicht mehr leisten, diese Komplexität sprachlich zu ignorieren. Dieses Buch wird den Kapitalismus nicht überwinden. Aber es ist ein Anfang, wenn wir verstehen, welchen unglaublichen Unterschied es macht, ob Preise steigen oder erhöht werden. Deswegen ist unsere Forderung so einfach wie radikal: Wir müssen die Sprache des Kapitalismus überwinden. Und wir müssen jetzt damit anfangen.“ (S. 268)<br />
Die vorliegenden 304 Seiten sind flüssig zu lesen. Die angefügten umfangreichen Quellen und Anmerkungen sind für alle, die sich ins Thema differenziert vertiefen wollen, interessant und hilfreich. Es ist gut, immer wieder innezuhalten, um das Gelesene auf sich wirken zu lassen und auf den konkreten Alltag zu beziehen. Jeder Austausch mit Mitmenschen regt an und unterstützt, Impulse umzusetzen und Wissen anzuwenden. Es verändert sich die Welt, wenn alles als das benannt wird, was es ist.</p>
<p>Dieses gelungene Buch empfehle ich allen Unterrichtenden, Lernenden, allen Interessierten und allen, die sich selbst und das Weltgeschehen reflektieren oder auch nur einen anderen Blickwinkel einnehmen wollen sowie allen Schreibenden.</p>
<p>Sahner und Stähr gelingt es, auch all jenen, die von Wirtschaft nicht viel oder gar keine Ahnung haben, ohne Anstrengung Denktüren zu öffnen. All jene Leser:innen, die sich bereits mit Wirtschaftssystemen und Sprache beschäftigten, ermöglicht dieses Buch, eine neue Sensibilität zu entwickeln.  Damit leisten die Autoren eine sehr wichtige und großartige Übersetzungs- und Bewusstseinsarbeit.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Okt. 2024<br />
Rezension<br />
Ilse M. Seifried, MA<br />
<a href="https://www.i-m-seifried.at">https://www.i-m-seifried.at</a></p>
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			</item>
		<item>
		<title>Esther Kinsky: Heim.Statt</title>
		<link>https://oeli-ug.at/esther-kinsky-heim-statt/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Hannes Grünbichler]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 17 Nov 2025 09:20:43 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Tipps zum Lesen - Hören - Schauen]]></category>
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					<description><![CDATA[Buchrezension von Ilse M. Seifried. Viel Spaß beim Lesen!]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Gedichte</p>
<blockquote><p>155 Seiten<br />
Suhrkamp 2025<br />
ISBN 978-3-518-43229-7<br />
€ 26,50</p></blockquote>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-medium" src="https://res.cloudinary.com/suhrkamp/images/c_limit,q_auto,f_auto,w_400/v1742284806/150215/heim-statt_9783518432297_cover.webp" width="400" height="635" /></p>
<p><small><strong>Abb.:</strong> <a href="https://www.suhrkamp.de/buch/esther-kinsky-heim-statt-t-9783518432297">https://www.suhrkamp.de/buch/esther-kinsky-heim-statt-t-9783518432297</a></small></p>
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<p><a href="https://www.suhrkamp.de/person/esther-kinsky-p-2445"><strong>Esther Kinsky</strong></a> stellt ihrer Lyrik das Zitat „I know the names of almost nothing“ von John Burnside voran, womit sie ein Defizit zum Ausdruck bringt und nicht die Chance, die in dieser Tatsache liegt. Diesem folgt ein weiteres, das die Befindlichkeit zum Ausdruck bringt, nicht vergessen und sich nie ganz erinnern zu können, ehe sie zu ihrer Vorrede ansetzt. In dieser wird von ihrer Begegnung mit einem Tierchen in ihrer Kindheit erzählt, deren Berührung sie „wie Ansätze eines noch nicht Wirklichkeit gewordenen Körperteils“ beschreibt.<br />
Damit beginne ich, mit Neugierde ihre ersten Gedichte zu lesen.</p>
<p>Die Autorin führt die Leser:innen in ihre Welt der Wahrnehmung, die ebenso exakt wie ungenau, nicht zu fassen und doch konkret ist. Es gelingt ihr, Stimmungen und Atmosphären herzustellen, die nachvollziehbar sind und vieles offen lassen. Genau diese Balance macht ihren Stil aus: „.  … / die augen sich / erblindet sehn / und ausgebrannt / vom licht“.</p>
<p>Esther Kinsky, 1956 in Engelskirchen geboren, ist sowohl als Schriftstellerin wie auch Übersetzerin (Polnisch, Russisch und Englisch) tätig. Für ihre Lyrik, Essays, Prosa und Kinderbücher wurde sie mit Preisen ausgezeichnet, 2020 mit dem Deutschen Preis für Nature Writing.</p>
<p><em>Heim.Statt</em> ist ein Zyklus der sieben Langgedichte umfasst, verbunden von kurzen Zwischentexten. Verletzungen, Gewalt, Flucht, Aufbruch und Verlust sind wiederkehrende Themen in Mythen und dem Leben. Themen, die ein Trauma verursachen und auch Hoffnung bewirken können. Alles, und so auch Esther Kinskys Lyrik, kann und soll auch politisch verstanden werden.</p>
<p><em>Heim.Statt </em>als Titel ist wunderbar passend, denn er zeigt das komplexe und differenzierte Spektrum der Autorin, die offen gegenüber der Welt ist.<br />
„… unterm himmel wir waren ja kinder / noch und nicht an die leere gewöhnt / die an uns vorbeizog und dann / rief einer: haus“</p>
<p>Kinsky variiert die Optik ihrer Lyrik, vermischt Deutsch mit Englisch, wirft Gedanken und Bilder einer inneren Logik bedingt, aneinander und ermöglicht so, dass Leser:innen in Resonanz schwingen können. Ihr letzter Satz lautet: „Sie halten den Duft für einen Hauch vom Paradies.“</p>
<p>Für alle, die sich mit Unkonventionellem auseinander und zusammensetzen wollen, ist dieser Band sehr zu empfehlen, somit auch für an gegenwärtiger  Lyrik interessierte Deutsch-Lehrende und Schüler:innen der Oberstufe.</p>
<p>Mai 2025<br />
Rezension<br />
Ilse M. Seifried, MA<br />
<a href="https://www.i-m-seifried.at">https://www.i-m-seifried.at</a></p>
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